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Spina bifida

Überblick

Synonyme: Offener Rücken

Spina bifida bedeutet „gespaltene Wirbelsäule“. Die Krankheit gehört zu den Neuralrohrdefekten und betrifft die Wirbelsäule und das Rückenmark. Bei einem oder mehreren Wirbeln ist während der Embryonalentwicklung der Schluss der Wirbelbögen ausgeblieben. Im Volksmund ist diese Krankheit auch als „Offener Rücken“ bekannt. Babys, die mit Spina bifida zur Welt kommen, erkennt man daran, dass sie im Rücken über der Wirbelsäule eine offene, sich wölbende Stelle haben, an der sich die Rückenmarkshäute (mit oder ohne Rückenmark) nach außen wölben. Diese Aussackung ist häufig im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins zu finden. Man unterscheidet drei verschiedene Formen der Krankheit: die Raschischisis (Wirbelsäulenspalt), die Meningozele (Wölbung der Rückenmarkshäute) und die Meningomyelozele (Rückenmarkshäute und Rückenmark befinden sich außerhalb des Wirbelbogens).

Kinder mit Spina bifida können normal intelligent sein und nur an Lähmungen der unteren Extremitäten leiden, sie können aber auch, bei starker Ausprägung, querschnittsgelähmt sein und Gehirnschäden haben. Etwa eine von 1 000 Schwangerschaften ist in Mitteleuropa von Spina bifida betroffen.

Ursachen

Hervorgerufen wird die Krankheit durch eine embryonale Verschlussstörung des Neuralrohrs. Aus dem Neuralrohr des Embryos entstehen später das Gehirn, das Rückenmark und die Wirbelsäule. Die Verschlussstörung des Neuralrohrs, aufgrund derer sich die Wirbelsäule später nicht richtig verschließt, tritt in der dritten oder vierten Embryonalwoche auf.

Bis heute sind die Faktoren, die die Störung hervorrufen, nicht bekannt. Genetische Ursachen werden allerdings vermutet, weil ein erhöhtes familiäres Auftreten beobachtet wird. Mädchen sind von dieser Krankheit etwas häufiger betroffen als Jungen.

Symptome

Die Ausprägung der Krankheit hängt ab von der Höhe des Spaltes und der Größe der Aussackung. Folgende Symptome können auftreten:

  • Muskellähmungen, Lähmungen von Blase und Darm sowie Schmerz- und Gefühlsunempfindlichkeit durch die in ihrer Funktion gestörten Nerven in der Aussackung
  • Zirkulationsstörungen der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit, dadurch eventuell Ausbildung eines Wasserkopfes (Hydrozephalus)
  • Gelenkdeformierungen durch Lähmung bestimmter Muskeln
  • Blasenstörungen und häufige Blasenentzündungen
  • Geistige Entwicklung kann je nach der Beteiligung des Gehirnes in Mitleidenschaft gezogen sein (abhängig von der Ausbildung eines Wasserkopfes und dessen Behandlung)
  • Entzündung des Rückenmarks und dessen Häute
  • Nierenentzündungen, Arthrose

Diagnose

Spina bifida kann mit einer Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft festgestellt werden. Nach der Geburt wird die Krankheit aufgrund der sichtbaren Symptome gestellt.

Therapie

Eine Heilung dieser Krankheit ist derzeit nicht möglich. Welche Therapieform angewandt wird, hängt vom Ausmaß und der Art der Spina bifida ab. Durch eine Operation innerhalb der ersten 48 Stunden nach der Geburt kann die Aussackung rückverlagert und dann die Wirbelsäule geschlossen werden. Allerdings sind neurologische Schäden nicht mehr zu korrigieren. Es bleiben die Beschwerden, die durch den Ort des Spaltes hervorgerufen wurden.

Der starke Hirndruck, durch den ein Wasserkopf entsteht, kann mit Hilfe eines Shunts entlastet werden. Das ist eine Verbindung der Ventrikel des Gehirns in den Bauchraum, in den die Hirnflüssigkeit durch einen Katheter abfließen kann. Katheterisierungen können auch bei den auftretenden Blasenstörungen angewandt werden. Operationen senken die Infektionsgefahr. Bei schwächeren Blasenstörungen kann aber auch eine medikamentöse Behandlung ausreichend sein.

Auftretende Gelenkdeformierungen können mit Hilfe eines Korsetts oder spezieller Schuhe behandelt werden. Allerdings werden auch hier häufig Operationen zur Korrektur vorgenommen.

Es gibt darüber hinaus verschiedene Möglichkeiten, Kinder mit Spina bifida zu fördern, wie z.B. regelmäßige Krankengymnastik, um die funktionsfähigen Muskeln zu stärken und eventuell eine eingeschränkte Gehfähigkeit zu erhalten. Um die Gelenke beweglich zu halten, eignen sich auch therapeuthisches Reiten oder Schwimmen.

Prophylaxe

Wenn in der Familie bereits Neuralrohrdefekte aufgetreten sind, empfiehlt es sich bei Kinderwunsch, dass die künftige Schwangere Folsäure einnimmt. Die Einnahme sollte möglichst bereits vier Wochen vor der Schwangerschaft erfolgen und bis acht Wochen nach der Empfängnis fortgesetzt werden.

 

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