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Retinopathie

Überblick

Die Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut des Auges, bei der die Gefäße geschädigt oder das Wachstum gestört ist und die eine verminderte Sehschärfe bis hin zur vollständigen Erblindung zur Folge haben kann. Sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch gibt es je nach Krankheitstyp verschiedene Optionen, eine Erblindung zu verhindern.

Man unterscheidet zwei Formen der Retinopathie, die auf völlig verschiedene Ursachen zurückgehen:

  • die frühkindliche Retinopathie
  • die diabetische Retinopathie

Ursachen

Unter der frühkindlichen Retinopathie leiden oft Babys, die als Frühgeborene mit Sauerstoff beatmet wurden. Das noch unreife Gefäßsystem reagiert mit einer starken Gefäßverengung auf die Sauerstoffkonzentration, nach Absetzen des Sauerstoffs zeigen die Gefäße dann ein überstarkes Wachstum. Die Folgen sind Einblutungen, eine Netzhautablösung mit einer entsprechenden Einbuße des Sehvermögens oder sogar Erblindung.

Die diabetische Retinopathie hat als Ursache für die Netzhautschädigung die andauernd erhöhten Blutzuckerwerte. Hier verändern sich die kleinen Gefäße in der Netzhaut im Laufe von fünf bis zehn Jahren in ähnlicher Weise wie bei der frühkindlichen Form. Es entstehen einerseits Gefäßverschlüsse, andererseits Gefäßaussackungen. Dadurch bilden sich neue Gefäße, die wiederum überschießend in den Glaskörper einwachsen und über die Blutungen in den Glaskörper eintreten können. Gleichzeitig treten dann an den Gefäßen mechanische Kräfte auf, die die Netzhaut von ihrer Unterlage ablösen können.

Symptome

Bei der Frühgeborenen-Retinopathie gibt es keine von außen erkennbaren Symptome, da die Sehfähigkeit der Säuglinge noch nicht entwickelt ist. Die Diagnose stellt ein Augenarzt. Bei Frühchen, die mit Sauerstoff beatmet wurden, sollte die Augenkontrolle routinemäßig geschehen. Die Erkrankung beginnt einige Wochen nach Absetzen der Sauerstofftherapie.

Auch bei Diabetikern sollte eine Augenuntersuchung regelmäßig stattfinden. Anfangssymptome sind ein Verlust der Sehschärfe und eventuell Einblutungen, die als schwarze Punkte wahrgenommen werden. Die Diagnose wird hier meist erst gestellt, wenn die Retinopathie fortgeschritten ist. Gerade Kinder mit juvenilem Diabetes sind gefährdet, an Retinopathie zu erkranken, da das Krankheitsbild oft in der Pubertät auftritt, in der die Jugendlichen aufgrund ihrer generellen Verweigerungshaltung keine engmaschigen Untersuchungen durchführen und eventuell ihren Zucker nicht optimal einstellen.

Diagnose

Untersuchungen an Augen von Frühchen sind außerordentlich schwierig. Da die Babys noch sehr kleine Augen haben und sie auch nicht aktiv mitmachen können, erfordert die Untersuchung einen sehr erfahrenen Augenarzt, der in die mit Hilfe von Medikamenten erweiterte Pupille leuchtet. Eventuell werden die Lider mit einem Lidsperrer offengehalten und die Augen sanft in die entsprechenden Richtungen gedreht. Diese Untersuchung ist den Kindern zwar unangenehm, sie ist jedoch nicht schmerzhaft.
Je nach Befund wird die Untersuchung regelmäßig wiederholt.

Bei älteren Kindern ist die Untersuchung einfacher, weil sie kooperieren und man einen Sehtest durchführen kann.

Therapie

Die Therapie der Frühgeborenen-Retinopathie hängt vom Stadium der Krankheit ab. Ziel ist es, eine Netzhautablösung zu verhindern. Dazu kann es notwendig sein, einen Eingriff mit einem Laser durchzuführen, der eine weitere Degeneration der Gefäße verhindern soll. Wenn die Netzhaut abgelöst ist, muss operiert werden. Bei einem sanften Verlauf kommt es bei ca. 20 Prozent der Fälle zu einer kompletten Rückbildung der Veränderungen. Bei weiteren 20 Prozent entsteht ein so großer Schaden, dass die Sehschärfe unter 10 Prozent liegt.

Eine Prophylaxe ist nur durch den Kinderarzt möglich, der das Frühgeborene betreut. Er muss die Sauerstoffbeatmung so dosieren, dass ein optimaler Sauerstoffpartialdruck im Blut besteht. Dieser muss regelmäßig kontrolliert werden.

Bei der diabetischen Retinopathie sieht die Therapie ähnlich aus. Es muss außerdem darauf geachtet werden, dass die Blutzuckerwerte optimal eingestellt werden und der Blutdruck kontrolliert wird. Bei starken Einblutungen in den Glaskörper kann man diesen in einer Operation, auch Vitrektomie genannt, entfernen und ihn durch eine klare Flüssigkeit ersetzen.

Prognose

Stoppt man das Fortschreiten der Krankheit nicht, führt sie zur Erblindung. Die diabetische Retinopathie ist verantwortlich für ca. 30 Prozent aller Erblindungen in Europa.

Bis zu 30 Prozent der Frühchen entwickeln eine Retinopathie, von denen bis zu 10 Prozent daran erblinden. Besonders gefährdet sind Frühchen mit einen Geburtsgewicht unter 1500g und einem Geburtsalter von weniger als 32 Wochen. Frühgeborene mit einer Retinopathie erkranken später auch häufiger an anderen Augenkrankheiten, wie z.B. Kurzsichtigkeit.

 

Adressen zum Thema "Retinopathie"

Patientenverbände: 12 Einträge

Selbsthilfegruppen: 10 Einträge

 

 



 

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