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Hodenhochstand

Überblick

Synonym: Maldescensus testis

Die Hoden wandern normalerweise ca. im siebten Schwangerschaftsmonat von der Bauchhöhle in den Hodensack. Geschieht dies nicht und sind ein oder zwei Hoden auch nach der Geburt noch nicht in den Hodensack gewandert, spricht man von einem Hodenhochstand. Er tritt bei ca. vier Prozent aller reifen männlichen Neugeborenen auf. Bei Frühgeborenen kommt er mit ca. 30 Prozent wesentlich häufiger vor. Bei 98 Prozent aller Fälle wandern die Hoden noch im Laufe des ersten Jahres nach unten, so dass nur zwei Prozent aller betroffenen Kinder einer Behandlung bedürfen.

Ursachen

Ursachen für einen Hodenhochstand können eine anatomische Fehlbildung oder eine Entwicklungsstörung aufgrund der unzureichenden Ausschüttung des Hormons Gonadotropin sein.

Diagnose

Die Diagnose stellt der Arzt nach der Geburt durch Ertasten. Lässt sich kein oder nur ein Hoden im Hodensack tasten, besteht ein Hodenhochstand, und es wird ein bildgebendes Verfahren, wie die Kernspintomographie oder auch ein Hormonstimulationstest durchgeführt.

Man unterscheidet folgende Arten von Hodenhochstand, die ein- oder beidseitig auftreten können:

  • Bauchhoden: der Hoden liegt in der Bauchhöhle und ist nicht tastbar
  • Leistenhoden: der Hoden liegt in der Leiste und ist dort tastbar, jedoch nicht verschiebbar
  • Gleithoden: der Hoden liegt im Eingang zum Hodensack, ist dort tast- und nach unten verschiebbar, gleitet aber wieder zurück
  • Pendelhoden: der Hoden zieht sich reflexartig zurück, z.B. bei Kälte (gilt nicht als krankhaft)

Therapie

Die Behandlung eines Hodenhochstandes muss bis zum zweiten Lebensjahr abgeschlossen sein, da die erhöhte Umgebungstemperatur in der Leiste oder Bauchhöhle das Hodengewebe schädigt. Folgen können sein:

  • Unfruchtbarkeit
  • Hodenkrebs
  • Hodentorsion (Drehung des Hodens mit Durchblutungsstörung)
  • Leistenbruch (kann aber eventuell schon bei der Geburt vorhanden sein)

Deshalb ist das Hinauszögern einer Behandlung über das erste Lebensjahr hinaus nicht empfehlenswert.

Es gibt zwei Therapiemöglichkeiten, eine hormonelle und eine operative.

Die vier- bis achtwöchige Hormontherapie mit HCG (human chorionic gonadotropin) oder GnRH (gonadotropin releasing hormon) fördert die körpereigene Produktion von Testosteron und stimuliert die Herabwanderung des Hodens in den Hodensack. Die Präparate werden in Form einer Spritze in den Po, als Nasenspray oder als Kombination von Spritze und Nasenspray verabreicht. Diese Therapie ist bei ca. 40 Prozent der Patienten erfolgreich. Aufgrund einer Rückfallquote von ca. 10 Prozent sind regelmäßige Nachuntersuchungen bis zur Pubertät nötig.

Schlägt die hormonelle Therapie nicht an oder liegen anatomische Fehlbildungen vor (bei Leistenbruch) empfiehlt sich die operative Therapie. Dabei wird der Samenstrang freigelegt, nach unten gezogen und der Hoden an der tiefsten Stelle des Hodensacks angenäht.

 

 



 

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